Pokémon Karten fürs PSA-Grading vorbereiten — 5 entscheidende Schritte
Pokémon Karten für PSA, Beckett und CGC vorbereiten. Reinigung, UV-Prüfung, Politur und Verpackung: die Spark & Polish® Methode für die bestmögliche Bewertung.
Kurz gesagt: Um Pokémon Karten fürs PSA-Grading vorzubereiten, folgst du 5 Schritten: Prüfung mit UV-Licht, Reinigung mit Magic Clean Spray auf Mikrofaser, Behandlung der Mikrokratzer auf Holos mit Politur 2in1, Finish mit Bubblegum Spray und Verpackung im Semi-Rigid Card Saver. Nur Oberfläche, Kanten und Ecken lassen sich beeinflussen — die Zentrierung ist ein Produktionsfehler und nicht korrigierbar.
Eine Karte zum PSA- oder BGS-Grading zu schicken ist eine Entscheidung, die Vorbereitung verlangt. Die endgültige Bewertung hängt von vielen Faktoren ab — und nur einige davon lassen sich vor der Einsendung beeinflussen. Diese Anleitung erklärt, was PSA bewertet, worauf du wirklich Einfluss hast und wie du es richtig machst.
Eine notwendige Vorbemerkung: Die endgültige Bewertung liegt ausschließlich beim Urteil der PSA- oder BGS-Prüfer. Keine Behandlung garantiert eine bestimmte Note. Ziel der Vorbereitung ist, die Karte im bestmöglichen optischen Zustand zu präsentieren — mehr nicht.
Was PSA bewertet — die 4 Kriterien
Zentrierung und Oberfläche
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Zentrierung (Centering): die Lage der Illustration im Verhältnis zu den Rändern. Für eine PSA 10 Gem Mint liegt die Toleranz vorn bei höchstens 55/45 oder 60/40, die Rückseite darf 75/25 nicht überschreiten. Die Zentrierung ist ein Produktionsfehler — sie lässt sich nicht ändern.
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Oberfläche (Surface): Sie muss den ursprünglichen Glanz behalten, ohne Kratzer, Flecken, Schlieren, Knicke oder Druckfehler. Auf dieses Kriterium kannst du mit Reinigung und Mikrokratzer-Behandlung einwirken.
Kanten und Ecken
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Kanten (Edges): Sie müssen sauber und scharf sein. Abnutzung, Ausbrüche, Whitening und Silvering werden abgewertet. Abstehende Kanten lassen sich mit passenden Werkzeugen korrigieren.
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Ecken (Corners): Sie müssen perfekt spitz sein, ohne Abrundung, Ausfransung oder Whitening. Umgeknickte Ecken lassen sich mit gezieltem mechanischem Eingriff korrigieren.
Zentrierung und originale Druckfehler sind nicht veränderbar. Oberfläche, Kanten und Ecken lassen sich — solange der Schaden nicht strukturell ist — vor der Einsendung verbessern.
Schritt 1 — Prüfung vor der Behandlung
Wie du die Karte vor dem Eingriff prüfst
Prüfe die Karte vor jedem Eingriff systematisch. Wasch dir gründlich die Hände oder trage saubere Baumwollhandschuhe — Hautfette übertragen sich dauerhaft auf die Oberfläche.
Nutze die UV-Kartenprüfleuchte, um Ecken und Kanten auf Whitening und strukturelle Mängel zu untersuchen. UV-Licht zeigt Mikrokratzer, Verunreinigungen und Defekte, die bei normaler Beleuchtung unsichtbar bleiben. Miss die Zentrierung mit dem Zentrierwerkzeug PVC, um noch vor dem Versand zu wissen, ob die Karte überhaupt im PSA-10-Bereich liegt.
Fotografiere die Karte vor jedem Eingriff hochauflösend — Vorderseite, Rückseite, Kanten und Ecken. So hast du den Ausgangszustand dokumentiert.
Schritt 2 — Reinigung der Oberfläche
Die richtige Methode für die Reinigung vor dem Grading
Eine saubere Oberfläche kann in der Endbewertung ein bis zwei Punkte ausmachen. Fingerabdrücke, Schlieren und Rückstände zu entfernen erhöht den wahrgenommenen Glanz und die Wirkung der holografischen Schicht.
Gib Magic Clean Spray auf ein Mikrofasertuch — nie direkt auf die Karte. Arbeite mit leichten Bewegungen von der Mitte nach außen. Lass die Karte vollständig trocknen, bevor du irgendeinen weiteren Schritt gehst.
Achtung: Ein raues Tuch oder zu viel Druck fügt Mikrokratzer hinzu, die im Gegenlicht sichtbar werden — die Bewertung sinkt, statt zu steigen. Eine noch feuchte Karte einzusenden lässt die Hülle beim Transport wellen — das fällt den Prüfern auf.
Schritt 3 — Mikrokratzer auf Holos behandeln
Wann Politur sinnvoll ist und wann nicht
Oberflächliche Mikrokratzer auf holografischen Bereichen lassen sich mit einer geeigneten Politur reduzieren. Richtig angewandt, vereinheitlicht sie die Folienschicht und holt den ursprünglichen Glanz zurück.
Zwei wichtige Hinweise. Erstens: Politur 2in1 gehört in kleinstmöglicher Menge aufgetragen — es genügt, die Schwammseite des Applikators sanft auf das Produkt zu legen, ohne sie in den Tiegel zu drücken. Mehr verbessert das Ergebnis nicht und riskiert Rückstände. Zweitens: Verwende niemals Politur auf Karten mit texturierter Oberfläche, auf Vintage-WOTC-Karten, auf Autogrammen oder auf Seriennummern.
PSA verfügt über Verfahren, um den Einsatz von Pasten und fremden Lösungen zu erkennen. Eine übermäßige oder falsche Behandlung kann zur Einstufung als „Evidence of Cleaning“ (N7) oder „Altered Stock“ (N5) führen — Kategorien, die eine Zahlenbewertung ausschließen. Tiefe Kratzer, die das Material strukturell verletzen, lassen sich mit Politur nicht beheben.
Schritt 4 — Abschließendes Finish
Nach Reinigung und Holo-Behandlung trägst du Bubblegum Spray mit einem Mikrofasertuch auf, um die Oberfläche zu vereinheitlichen und die Staubanziehung zu verringern. Vollständig trocknen lassen — mindestens 1-2 Stunden — bevor die Karte in eine Hülle kommt.
Schritt 5 — Die Struktur (falls nötig)
Wellungen, Kanten und Ecken: vor der Reinigung, nicht danach
Zeigt die Karte Wellungen, abstehende Kanten oder umgeknickte Ecken, greifst du vor der Oberflächenreinigung ein, nicht danach.
Bei Wellungen: Befeuchtung und Pressung (55-65 % RH, danach Pressung mit EVA-Schaumstoffplatten und Crown Lock Klemmen für 6-36 Stunden je nach Grad). Bei abstehenden Kanten: Silikonspatel, parallel zum Rand geführt. Bei umgeknickten Ecken: Thermostift bei niedriger Hitze (110-140 °C), schnelle Durchgänge von höchstens 1-2 Sekunden, immer mit Schutzfolie dazwischen. Nach jedem strukturellen Eingriff bleibt die Karte mindestens 30 Minuten in der Presse, bevor die Oberflächenreinigung folgt. Den vollständigen Ablauf findest du in wellige Pokémon Karten glätten.
Wichtiger Hinweis
Alle in dieser Anleitung beschriebenen Eingriffe verbessern die optische Präsentation der Karte. Die endgültige Bewertung hängt ausschließlich vom Urteil von PSA oder BGS ab und von Faktoren, die sich nicht steuern lassen. Keine Behandlung garantiert eine bestimmte Note oder einen Sprung im Grad. Teste jedes Vorgehen immer erst an günstigen Karten, bevor du es an wertvollen Exemplaren anwendest.
Häufige Fragen
Erkennt PSA die Behandlung?
Richtig aufgetragene Produkte hinterlassen keine sichtbaren Rückstände. PSA verfügt jedoch über Verfahren, um Pasten und fremde Lösungen zu erkennen. Eine übermäßige Behandlung — zu viel Politur, unverhältnismäßiges Polieren — wird erkannt und führt zur Einstufung als veränderte Karte. Entscheidend ist das Maß: winzige Mengen, leichte Bewegungen, natürliches Ergebnis.
Senkt eine Wellung die PSA-Bewertung?
Nicht unmittelbar. PSA presst die Karte beim Einschweißen in den Slab und richtet sie physisch aus, sodass auch eine wellige Karte eine PSA 10 erhalten kann, wenn die übrigen Kriterien stimmen. Wellungen können allerdings Oberflächenfehler verdecken, die erst nach dem Pressen sichtbar werden.
Funktioniert der Ablauf auch für BGS und CGC?
Ja. Die Bewertungskriterien von BGS entsprechen denen von PSA — Zentrierung, Oberfläche, Kanten, Ecken — mit getrennter Bewertung je Kriterium. Der Vorbereitungsablauf von Spark & Polish® ist bei allen großen Grading-Häusern derselbe.
Was unterscheidet PSA 9 von PSA 10?
PSA 9 Mint lässt eine kleine Unregelmäßigkeit an einer Ecke oder Kante zu, oder einen kleinen Fleck auf der Oberfläche. PSA 10 Gem Mint verlangt nahezu absolute Perfektion in allen 4 Kriterien. Der Wertunterschied kann bei begehrten Karten das 5- bis 20-Fache betragen.